4 Wochen durch Südengland: Ausflugsziele in Somerset

Die Grafschaft Somerset liegt in Südwestengland und grenzt nördlich an den Bristolkanal. In Somerset verbrachte ich, dann nicht mehr alleine sondern gemeinsam mit meinem Freund, die letzte Woche meiner vierwöchige Reise durch England. Wir wohnten in einer sehr schönen Unterkunft am Rande des kleinen Ortes Wells.

Die Unterkunft

Wie alle anderen Unterkünfte zuvor, habe ich die kleine, gemütliche Holzhütte, die zu dem Cottage eines sehr netten Paares gehörte, über die Plattform Airbnb gebucht. Die Unterkunft liegt am hinteren Rand des Grundstücks und hinter dem Cottage von der Vermieterin Catherine und ihrem Mann. Das Grundstück grenzt direkt an weite grüne Felder an, über die man abends entspannt noch eine Runde spazieren gehen kann.

Schon als ich dort ankam, wurde ich unglaublich freundlich und herzlich empfangen. Nach einer kurzen Führung durch die Hütte, konnte ich mir sogar direkt eine Tasse Kaffee machen, da Catherine nicht nur Kaffee, Tee und Milch für den Start bereitgestellt hatte, sondern auch Cookies, Müsli, Marmelade und Butter. Wirklich super zuvorkommend!

Die Hütte war sehr liebevoll und bis ins Detail ausgestattet und tatsächlich gibt es nichts Negatives zur Unterkunft zu sagen.

Hier geht’s zur Unterkunft.

Für die Zeit in Somerset hatten wir uns ein weiteres Mal ein Auto gemietet, um so entspannter und flexibler von Ort zu Ort zu gelangen. Am Abend des ersten Tages bin ich mit dem kleinen Flitzer dann direkt ca. 30 Minuten zum Flughafen in Bristol gefahren, um meinen Freund abzuholen. Dabei durfte ich (wie bereits während meiner Zeit in Newquay) Erfahrung mit den schmalen englischen Landstraßen machen, die sich zwischen Feldern und Bäumen durch die pechschwarze Nacht schlängelten.

An unserem ersten Tag ließen wir das Auto allerdings stehen und erkundeten zunächst die fußläufig entfernte Stadt Wells.

Wells

Wells ist mit nur rund 10.000 Einwohnern die kleinste Stadt Englands und hat durch eine Vielzahl alter Gebäude und wirklich hübschen Straßen einen ganz besonderen Charme.

Die Kathedrale von Wells, die St. Andrew’s Cathedral, wurde in den Jahren 1182–1260 erbaut. An der Fassade der Kathedrale kann man bis zu 300 Statuen bestaunen und mit ihren drei Scherenbögen gilt sie als architektonische Besonderheit. Nur durch die Kathedrale erhielt Wells das Stadtrecht, da sich in England jede Siedlung, die eine Kathedrale besitzt, automatisch Stadt nennen darf.

An der Kathedrale vorbei gelangten wir auf den Marktplatz, auf dem jeden Samstag und Mittwoch der Wochenmarkt stattfand. Da wir an einem Samstag dort waren, konnten wir also an den vielen bunten Ständen entlang laufen, eine frische Saussage-Roll kaufen und ich habe sogar ein Buch erstanden. Es war schön so im Trubel umherzulaufen, dem Straßenmusiker zuzuhören, die Menschen zu beobachten und das Essen zu probieren. Absolute Empfehlung!

Vom Markt aus sind wir weiter bis zum Bishop’s Palace gelaufen, dem 1210 vom damaligen Bischof errichtete Palast der Stadt. Im Garten des Palastes kann man einen Kaffee unter der großen Kastanie trinken, wir haben uns jedoch entschieden an dem Wassergraben, die den Palast umgibt, entlang zu spazieren, die großen Mauern zu bestaunen und einen Eindruck zu gewinnen, wie sich der Palast in den Ort Wells einbettet.

Ein weiteres Highlight von Wells ist die Vicar’s Close, die erste Reihenhaussiedlung Großbritanniens und die älteste durchgängig bewohnte Straße. Man fühlte sich wie für einen Moment in eine andere Zeit zurückversetzt.

Bath

Schon während meiner ersten Wochen in England hat mir jede Person, mit der ich darüber gesprochen habe, meine Reise in Somerset zu beenden, ans Herz gelegt, nach Bath zu fahren. Und genauso wie es mir empfohlen wurde, würde ich es nun jedem empfehlen, der sich in der Nähe aufhält!

Bath ist berühmt für die römischen Bäder, die ab dem Jahr 43 n. Chr. von den dort damals lebenden Römern aus warmen Quellen entwickelt wurden. Seit der Zeit von Elisabeth I. wurde Bath immer mehr zum Kurort der wohlhabenden Bevölkerung und es gibt noch viele historische Gebäude aus dieser Zeit in der Stadt.

Wir haben zwar nicht die römischen Bäder besucht, weil uns die Schlange am Eingang viel zu lang war (sicher wäre es dafür besser, direkt morgens in Bath anzukommen), haben aber die historischen Gebäude bestaunt und sind unermüdlich durch die vielen kleinen Gassen gelaufen, die rechts und links von kleinen Cafés, schönen alten Wohnhäusern und Läden gesäumt sind.

Als unsere Füße etwas müde wurden, haben wir uns mit Cappuccino und Shortbread in den Park mit dem Namen „Parade Gardens“ direkt am Ufer des Flusses Avon gesetzt. Dort wimmelte es von Menschen, die es sich auf Decken oder Bänken in der Sonne gemütlich gemacht hatten. Eine so schön sommerliche Stimmung und dazu das Rauschen des Flusses… wirklich schön!

Cheddar Gorge

Nachdem wir mit Wells und Bath zwei Tage in Städten unterwegs waren, wollten wir ein wenig raus in die Natur. Also ging es mit unserem kleinen Mietwagen in das nahegelegene Cheddar beziehungsweise, um genau zu sein, zur Cheddar Gorge. Dabei handelt es sich um den größten Canyon innerhalb Großbritanniens, in dem auch eine Vielzahl an Höhlen zu finden ist. In der Gough’s Cave wurde beispielsweise Anfang des 20. Jahrhunderts das älteste vollständige menschliche Skelett Britanniens gefunden, der rund 9000 Jahre alte sogenannte „Cheddar Man“.

Wir wollten eine Wanderung machen und ein wenig die Felsschlucht erkunden. Das stellte uns vor zwei Möglichkeiten: Es sollte eine Wanderung geben, die man kostenfrei und auf eigene Faust unternehmen konnte, sowie eine, für die man Eintritt zahlen müsste, im Endeffekt aber das Gleiche zusehen bekommen würde. Wir wollten auf eigene Faust loslaufen und starteten unsere Wanderung an einem Wegpunkt gegenüber des National Trust Büros in Cheddar. Dort ging es erst links zwischen den Häusern den Hügel hoch, bevor wir am Ende der kleinen Straße rechts in den Wald abbogen und steil den Fels nach oben kraxelten.

Die Cheddar Gorge war bereits Ende März unglaublich schön mit vielen von blühenden Büschen und Blumen übersähten Wiesen. Im Mai und Juni muss es allerdings noch traumhafter sein, wenn alle Bäume wieder schön grün sind! Der kleine Wanderpfad führte uns bis hinauf auf die Felsen, zwischen Bäumen und Sträuchern hindurch und entlang der 113 Meter tiefen Schlucht. Immer wieder erwarteten uns tolle Ausblicke über den Canyon sowie den dahinter liegenden Ort Cheddar und ab und zu begegneten wir Pferden und Ziegen, die oben auf den Wiesen grasten. Eine eindrucksvolle Landschaft und, ehrlich gesagt, habe ich nicht erwartet, so einen Canyon in England vorzufinden!

Dunster Castle

Das Dunster Castle war ursprünglich eine Burg und dann viele Jahre das Herrenhaus der Familie Dunster. Heute gehört das Anwesen zum National Trust und kann von Besuchern besichtigt werden. Dunster liegt im Westen der Grafschaft Somerset und die Burg liegt etwas über dem Ort auf dem Hügel The Tor.

Was ich an dem Konzept des National Trust mag, ist dass man angemessene Eintrittspreise zahlt, die dann aber auch für den Erhalt und die Pflege der Gebäude, der Landschaft und Gegenden genutzt wird. Die Damen, die uns am Eingang empfingen ,waren unglaublich freundlich und zuvorkommend und wir fühlten uns wirklich über alle Maßen willkommen (eine Eigenschaft der Engländer, die ich während meiner 4 Wochen häufig zu schätzen gelernt habe). Wir spazierten durch den Garten des Dunster Castle, besichtigten die alte Mühle, in der neben dem riesigen Mühlrad eine Vielzahl der alten Gerätschaften ausgestellt wurden. Außerdem erzählte uns ein sehr begeisterter und engagierter „Mühlmeister“ vom Umbau der Mühle und den noch immer stattfindenden Mahlprozessen.

Anschließend sind wir bis oben auf die Burgmauer gelaufen und konnten mit einer Tasse Kaffee in der Hand den unglaublichen Ausblick über die Wiesen und Wälder bis hin zum Meer genießen. Beinahe unglaublich sich vorzustellen, dass dort bis in die achtziger Jahre noch jemand gelebt hat.

Von dort aus konnten wir direkt unsere Tour durch die Räume der Burg bzw. des Herrenhauses starten, was einem noch deutlicher machte, wie das Leben dort ausgesehen haben muss. Auch die Kellerräume und das Gewölbe konnten wir besichtigen und überall warteten freundliche Mitarbeiter auf uns, die uns mit Informationen und kleinen Anekdoten versorgten.

Ein toller Ausflug, der nicht nur durch das Gemäuer der Burg sondern auch aufgrund der wirklich engagierten und freundlichen Mitarbeiter lohnenswert war!

Das war nur eine kleine Auswahl der wahrscheinlich unzähligen Ausflugsmöglichkeiten in Somerset. Wir haben darüber hinaus noch eine schöne Wanderung durch die Mendip Hills gemacht, haben uns den Ort Glastonbury angesehen und waren für einen Spaziergang am Bristolkanal. Bristol, die größte Stadt der Grafschaft Somerset, haben wir uns nicht angesehen, weil wir beide wenig Lust auf Großstadttrubel hatten und in unserer Woche dort lieber in die ländlichen Schönheiten und die kleinen historischen Orte in Somerset eintauchen wollten. Und das haben wir wirklich genossen!

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